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ScherbauernkreuzDie Verschiedenartigkeit der Marterln, Feld- und Flurkreuze in der ehemaligen Gemeinde Katzbach sowie deren Standorte und Entstehunggeschichten.

 

 

 

Die Beschreibung von Flurdenkmälern, Ihre Symbolik und Ihre Bedeutung

 

Das Buchschmidkreuz im Dorf

Das Bockkreuz bei der Sandwiese, direkt an der Kreisstraße Cham- Waldmünchen. Das alte Bockkreuz wurde durch einen Unfall so stark beschädigt, dass ein neuer Sockel gefertigt werden musste.

Vor kurzer Zeit wurde das Bockkreuz nochmals verändert. Es wurde ein größeres Kreuz mit einem Heiland aufgesetzt.


  
Das Damernkreuz. Es steht auf dem Felsen oberhalb der Mühle. Der Platz ist die ehemalige Burg in Katzbach und hat auch eine Geschichte, wie Josef Weiß, der Besitzer erzählt: Im Jahre 1957 erreichte das Anwesen ein anonymer Brief, mit 20 DM Inhalt und der Bitte, doch an dem schönen Ort ein Kreuz zu errichten. Die Besitzer kamen dem Wunsch nach. 

 


Das Scherbauernkreuz, am südlichen Ende vom Weber Hof

 

Das Kreuz der Familie Kerscher Katzbach 5 1/2

Das Kreuz auf der Sandwies. Auf Initiative von Josef Mühlbauer wurde 1996 auf dem Grundtück von Josef und Elisabeth Ederer das Sandwieskreuz errichtet. Den Erdaushub übernahm Richard Höpfl Obernried unentgeltlich, Schotter Sand und Zement lieferte Fa. Mühlbauer Geigant, Kreuzhalterung Fa. Brandl Waffenbrunn, Kreuz und Ruhebank Fa. Laubmeier Geigant, Schindeln Fa. Stiefenhofer, Esskastanienbaum Fa. Pohl Cham, Christuskorpus Fa. Rifesser, Granitblumentrog Fa. Baier Schönberg, 2. Granitblumentrog Familie Meier Josef. Gesamtkosten 4.651,92 DM, davon wurden 2250,-- DM gespendet. Der Rest wurde durch Spenden der Sandwiesbewohner finanziert. 

                                                 Das Holzkreuz auf der Sandwiese

Das Kreuz in Kühnried. Direkt neben dem Felsen stand bis kurz nach dem 2. Krieg eine kleine Schupfe, in der die alte Feuerwehrspritze untergebracht war. 

Das Kreuz zwischen Denzl und Leiglschneider: Es wurde von Johann Lankes (Leiglschneider) errichtet, er hatte gelobt, wenn er vom 1. Weltkrieg wieder lebend nachhause kommt, stellt er ein Marterl auf. (Quelle: Enkel Josef Dankerl Gespräch v. 28.7.2010). 

Das Kreuz bei Michael und Ernestine Dirscherl zwischen Häuslarn und Kühnried (Häslried)

 

Das Kreuz an der alten Häuslarner Straße.

Das Kreuz am Armenhäusl Katzbach (Ludmilla Lommer). Es wurde um das Jahr 1959 errichtet von Hubert Lommer, der es aus Dankbarkeit stiftete, weil er aus dem 2. Krieg bzw. aus der Gefangenschaft  wieder heimgekehrt ist. 

Das Kreuz beim Michlbauer in Häuslarn. Das Kreuz ist momentan abmontiert, da es renoviert wird.

Das Kreuz am Bittgang Geigant-Gleißenberg, Roßhof, oberhalb dem Wohnhaus von Rosmarie (heute Christian) Graf. Es ist eines der wenigen Kreuze in der Flur Katzbach von dem die Herkunft bzw. der Zweck des Aufstellens bekannt ist.


Hier noch Details des Kreuzes, in Gedichtform ist dargestellt, weshalb hier dieses Kreuz steht. Gewidmet einem Verunglückten Namens Brandl. Von seinem Pferdegespann aus sah der Knecht auf dem Wegrand wunderschöne Glockenblumen blühen. Er beugte sich mit dem Messer zum Abschneiden hinunter und fiel samt dem Messer vom Wagen. Verletzt schleppte er sich in das nahegelegene Hütbauernanwesen Haus Nr. 3 Rosshof und starb dort wenig später. Die Geschichte hat Josef Falk aus Geigant erzählt, der sie wiederum von seinem Vater weiß. Dieser war sehr oft auf dem Hütbauernanwesen zu Gast. Untenstehend die Widmung auf der eingelassenen Marmortafel:

Zum Andenken an den ehrengeachteten Franz Xaver Brandl Bauerssohn von Ränkam welcher hier beim Pflücken einer Bume verunglückte R. I. P Gewidmet von seinen tieftrauernden Eltern Franz Xaver Brandl u. Franziska Blümlein, das du allen Menschen Freude bringst, sie hold zu laben Raubtest mir des Herzens Blume kleinen Sohn, der nun begraben 1902

 

Das Kreuz an der neuen Straße nach Häuslarn. Auch bei diesem Kreuz ist bekannt, weshalb es hier steht. Kurz nach dem Krieg war an dieser Stelle eine Sandgrube. Ludwig Streck, wurde hier beim Sandschaufeln verschüttet, sodaß nur noch die Hand aus dem Sand ragte. Zufällig wurde er entdeckt und überlebte.



Das Kreuz bei der "Häusl Nanni", beim Anwesen Dirscherl Ernestine und Michael.



Das Laubankreuz zwischen Kühnried und Bonholz, hier ist ebenfalls bekannt, weshalb das Kreuz aufgestellt wurde. Liselotte Mulz erzählte die Geschichte ihrer Großmutter Katharina Kiesl. Deren Vater war ein sehr gestrenger Mann und an Heilig Abend sollte das damals 3-jährige Mädchen das Vaterunser vorbeten. Sie konnte es nicht und der Vater sperrte das Mädchen daraufhin in den Stall. Durch die bittere Kälte ist ihr rechter Arm gefroren und daraufhin hat die Mutter gelobt, wenn das Mädel wieder gesund wird, läßt sie das Kreuz aufstellen. Katharina Kiesls Arm war bis zu ihrem Lebensende verkrüppelt. 



Das Buchschmidkreuz am Mühlbierl.



Das Kreuz in Eschlmais, beim Hansn.



Das Holzkreuz am oberen Roßhof.



Das Heitbauern Kreuz am Rosshof, neben dem Wohnhaus der Familie Graf.
Weshalb wurde dieses Kreuz errichtet? Zum Gedenken an die Urgrossmutter von Maximillian Ederer (Heitbauer Max). An dieser Stelle wurde die Frau vom Blitz getroffen und starb.Sehr interessant ist auch die Aussagekraft der Symbolik des Kreuzes: Die Kreuz-Enden sind dreieckig und symbolisieren die Trinität Gottes, die Heilige Dreifaltigkeit, also Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. Das Kreuz selber ist als rankender Efeu gestaltet. Der Efeu steht symbolisch für die Unsterblichkeit.


Am unteren Kreuzende steht in einer symbolischen gotischen Kirche eine Heiligenfigur mit den Attributen des Kreuzesstabes in der Rechten Hand und eines Salbgefäßes in der Linken.Es handelt sich laut Professor Dr. Peter Morsbach um die Heilige Ecclesia, also um die Darstellung der Kirchen.

Das Kreuz nach der Renovierung 2014

Diese Figur bildet oft die Entsprechung zur Synagoge, die mit gebrochenem Stab und verbundenen Augen dargestellt wird; dadurch wird der Gegensatz von Altem und Neuem Testament verbildlicht. 

Erst im Jahr 2006 kam das folgende Kreuz nach Katzbach bzw. auf die Sandwiese. Josef Meier lies es vor Jahren restaurieren und vergolden und es stand noch bis vor kurzem in Rannersdorf bei Zillendorf. Die Im Stein eingehauenen Buchstaben N M 1902 zeugen vom Stifter des Kreuzes, nämlich Nicolaus Meier, der es 1902 errichten ließ. Vom Vornamen stammt auch der Hausname Nickl, der bis heute auf der Sandwiese erhalten geblieben ist. Weshalb das Kreuz in Rannersdorf errichtet wurde, ist leider unbekannt.

 

Gedenkkreuz aus dem Kirch- und Friedhof des ehemaligen Dorfes  Schüttwa, in der Nähe von Rondsberg jetzt Sitbor/Tschechien

Dem Arbeitskreis „Humanitäre Hilfe im Landkreis Cham“ ist bei einem Besuch des verkommenen Friedhofs des ehemaligen deutschen Dorfes Schüttwa  ein in den Zeiten des Kommunismus verwahrlostes, entwürdigtes und entweihtes Gedenkkreuz aufgefallen. Es entstand die Idee, es wieder zu restaurieren und es auf dem Arberblick zu installieren 
Die Beschriftung am Sockel des Kreuzes „Jesus lebt“ weist auch nachdrücklich auf das Ostergeschehen hin, dass Leiden und Tod besiegt werden.


Klaus Rückerl, der leider im November 2009 durch einen tragischen Unfall ums Leben gekommen ist, lebte nach diesem Spruch, war ein Mitstreiter, als es darum ging, dem Kreuz eine neue Bestimmung zu geben  und so ist das Kreuz auch zu seinem Gedenken. Die Künstlerin Patrizia Ederer aus Rannersdorf gab dem Keuz sein schönes heutiges Aussehen. Es wurde im September 2011 durch Josef Mühlbauer und seine Helfer aufgestellt und am 4. 9. 2011 durch Diakon Eiber feierlich eingeweiht.

Noch ein Marterl soll Erwähnung finden, das in den 70er Jahren verschwunden ist: An der Abbiegung Richtung Obernried beim Roßbauern Weiher (der Weiher existiert seit dem Bau des Radwanderweges im Jahr 2012 nicht mehr) stand  ein kleines Kreuz mit einem Muttergottesbildchen das mit dem Ausbau der Obenrieder Straße bzw. mit dem Auffüllen der landwirtschaftlichen Fläche nördlich der Abbiegung entfernt wurde. Auch hier ist leider nicht mehr bekannt, weshalb es aufgestellt wurde, es existiert leider auch keine Abbildung.

Ein grosses Holzkreuz wurde im Jahr 1967 auf dem Katlfelsen errichtet. Seinerzeit haben sich unter der Führung des Revierförsters Wenzel Hodl aus Geigant die Holzhauer Kreitinger Ernst, Geigant, Plötz Ernst, unterer Rosshof und Plötz Hans Gleissenberg zusammengetan und das Kreuz auf dem schönen Aussichtspunkt errichtet. Das Kreuz wurde am Karfreitag 2013 unter der Regie von Josef Mühlbauer Katzbach neu errichtet, weil ein Querbalken des ursprünglichen fichtenen Holzkreuzes inzwischen abgefault war. 

Die Einweihung fand am 26. 5. 2013 um 14 Uhr statt. Bei der Restaurierung haben mitgeholfen: Egon Mühlbauer Geigant, Klaus Rückerl Geigant, Michael Ederer Katzbach, Josef Ederer Katzbach und Wolfgang Deml Geigant. Das Gipfelbuch, in das sich seit Jahrzehnten viele Wanderer eintragen, wird bei Josef Mühlbauer verwahrt. Kathlfelsen wird der schöne Aussichtspunkt genannt. Dem Namen Katharina nachempfunden, die sich um die Zeit des ersten Weltkrieges auf dem Rosshof verdungen hatte. Nach dem Bericht des Josef Falk aus Geigant, der die Gescjocjte wiederum von seinem Vater hörte,  hatte sie eine unglückliche Liebschaft, mit einem Mann, der sie vermutlich verlassen hat. Sie ging zum Felstvorsprung und stürzte sich in der Absicht zu sterben, hinab, überlebte jedoch schwerverletzt und ist vermutlich weggezogen. Leider weiß niemand mehr, woher sie stammte, und wohin sie kam. Eine andere Quelle besagt, dass sie im Rosshofer Heim gestohlen hätte, man kam ihr hinter die Schliche und sie versuchte sich deshalb mit dem Sturz vom Felsen zu töten.

 

Das Michlbauern-Kreuz in Häuslarn. Es stand noch im Garten des Anwesens als 1990 die Häuslarner Gebetsglocke geweiht wurde. Das Kreuz existiert zwar, ist aber nicht im Freien aufgebaut.

© by Josef Ederer Katzbach 33 Sept. 2011