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Haus Nr. 2 beym Simon

 

Auszug aus der Geschichte des Rosshofes

Um 1730 Georg und Peter Ederer, um diese Zeit dürften bereits die 2 Halbhöfe Haus Nr. 1 und Haus Nr. 2 existiert haben. Wer von beiden auf welchem Halbhof gesessen hat, ist unbekannt. Der Hof stand nach den Lageplänen der Uraufnahme aus dem Jahre 1831 ungefähr da, wo sich heute der Garagentrakt oberhalb des Hotels befindet.

Der Folgende Heiratsvertrag ist vermutlich der Haus Nummer 2 zuzuordnen, letztendliche Sicherheit besteht jedoch nicht

1762 Ederer Michl, siehe dazu Herdstättenbeschreibung aus dem Jahr 1762 Amt WÜM Nr. 387 

 

1772 Halbhof Michael und Elisabeth Ederer (Verzeichnis vom 1. 3. 1823 Staatsarchiv Amberg Nr. 1223)

 

Abschrift Fassion Rustikalkataster Juli 1808 StaA HR Kataster Waldmünchen 19 05

 

Wolfgang Ederer, laut Brief vom 3ten März 1823 von den Eltern Mich und Elisabetha Ederer mit nachstehenden Besitzungen und der Hälfte Zanglwiese Pl. No. 664 in der Gemeinde Gleissenberg samt Ein= und Zugehör um 2000 fl käuflich übernommen  (Liquidationsprotokoll Seite 331 vom 8ten November 1837 Steuergemeinde Katzbach bzw. Kaufbrief v. 3. 3. 1823 288 ff Staatsarchiv Amberg Nr. 1223) 

beim Simon, Wolfgang Ederer

Der halbe Hof

Pl. No. 288 Wohnhaus und Stall unter einem Dache mit angehängten Schaafstall, dann Stadel und Schupfe mit 4 Schweinställen, Backofen und Hofraum

Blutzehentfrei

Großzehent ganz fixirt auf Grundzins

Grünzehentfrei

Gerichtsbar zum kgl. Landgericht

Zum kgl. Rentamt
Jagdscharwerkgeld 4 x (fl = Gulden, x bzw. xr = Kreuzer, hl = Heller)
Erbrechtig grundbar dahie laut Regierungsdekret vom 24. November 1836 in Veränderungsfällen mit fixirtem Handlohn 100 fl 54 x
Hievon 1/20 = 5 fl 2 x 6 hl
Grundstift 1 x 35 x 2 hl
grundherrl. Scharwerkgeld 27 x
Küchendienst 5 x
fixirtes Hofschmalz 37 x 6 hl
vom fixirten ganzen Getreidzehent Grundzins an Korn 5 fl 20 x
Gerste 30 x
Haber 3 fl 20 x

Besondere Leistungen
Dem Mesner in Geigant jährlich 
eine Korn}
eine Gerste} Läutgarben
eine Haber}
als Fastenspeise
eine Schüssel voll Korn

Laut Briefs vom 3. März 1823 einschließlich lit B und C und der Hälfte Zanglwiese Pl. No. 664 in der Gemeinde Gleissenberg sammt Ein und Zugehör von den Eltern Michael und Elisabetha Ederer um 2000 fl erkauft. Quelle: Steuerkataster Waldmünchen 250 StAA Amberg

 

22. 4. 1841 Halbhof mit 48,89 Tagwerk (Grundsteuerkataster)

 

Wolfgang Ederer + 22.2.1861

 

4. 6. 1862 Witwe Anna Maria Ederer und die 7 Kinder Josef, Anna, Maria, Therese, Michael, Katharina, Georg und Wolfgang (Erbvertrag Staatsarchiv Amberg Nr. 716 S 56)

 

4. 1. 1862 (Erbvertrag) und Ehevertrag vom 15. 4. 1863 Josef Ederer (Kaufvertrag mit Kirchenstiftung Geigant v. 27. 7. 1864) mit Ehefrau Maria geborene Bucher Eigentümer der beiden Halbhöfe Haus Nr. 1 und Haus Nr. 2

 

26. 5. 1879 Wolfgang Ederer und Theresia geb. Gleixner kaufen das Anwesen vom Bruder Josef (Bruder des Josef Ederer, Staatsarchiv Amberg Nr. 2073 S. 1)

 

Therese Ederer (Witwe von Wolfgang Ederer)

 

1909 Josef und Berta Ederer (Neubau des heutigen Hotels, damals Offizierserholungsheim, siehe dazu erste Fotografie aus dem Jahre 1916)

 

nachweislich waren hier 185 Jahre die Familie Ederer auf dem Hof, vermutlich jedoch noch länger.

 

1915 Dr. Reichart Schwandorf (Aufstockung um 2 Stockwerke)

 

Torriani mit Braut

 

1922 Karl Just

 

29. 12. 1924 Verteigerung Karl Just (Zwangsvollstreckungsakten Amtsgericht Waldmünchen H15/1922)

 

Es folgt die Zertrümmerung des Anwesens

 

2. 11. 1927 Bayerischer Turnerbund e. V. München

 

im Waldmünchener Grenzboten unter der Nr. 44 vom 12. 4. 1928 steht laut Auskunft von Hansjörg Schneider v. 19. 3. 2008 zu lesen:

 

11. April (Selbstmord) 

Heute abend gegen 5 Uhr hat sich der ehemalige Stadtbaumeister Alfred Schimpf, z. Zt. Verwalter auf dem Rosshof bei Geigant dortselbst erschossen. Ein Nervenzusammenbruch und darnach geistige Umnachtung werden dem selbst aus dem Leben geschiedenen zu seinem letzten Schritt gebracht haben.

Die Baumeisterswitwe Babette Schimpf mit ihren Kindern Eberhard und Gertrud war noch bis 3. 6. 1928 am Rosshof wohnhaft und zog dann kurzzeitig nach Waldmünchen und am 11. 7. 1928 zu ihren Eltern nach Augsburg (siehe dazu Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs Nr. 194 III/29 vom 21. Oktober 1930)

Im Grenzboten vom 15. 12. 1930 ist zu lesen: Der bayerische Turnerbund hat für sein Jugend- und Erholungsheim am Rosshof bei Geigant ab

15. 12. 1930 Herrn Xaver Hausladen (vulgo "Zwickn Feri") Metzgermeisterssohn von Waldmünchen in der Schützenstr. No. 7 als seinen neuen Pächter und Verwalter bestellt. Herr Hausladen heiratete die Bacherl Käthe (Tochter des Cafe- u. Konditoreibesitzers Georg Bacherl v. WÜM).

30. 6. 1937 Zur Zeit sind 2 BdM-Zeltlager auf dem Rosshof. Feldküchen aus Bayreuth sorgen für die Verpflegung (Quelle Heimatbote Dez. 2009 Heft 43 Seite 34)

Gerhard Stahnke
 

Gerhard Stahnke, geboren am 26. 7. 1915 kam aus Schönsee, Kreis Priesen Westpreussen, war Knecht auf demBauernhof Gschwendtner in Sinzendorf und seine Haushälterin Hettmann Annemarie, geb. am 27. 6. 1935 in Katscher ehemaliger Landkreis Leobschütz (Oberschlesien) pachteten das Anwesen, Betriebsbeginn war am 4. 9. 1954. Zu diesem Zeitpunkt dürfte dann auch das "Notstromaggregat", also ein riesiger Dieselmotor, der bis dahin 1 x wöchentlich Strom erzeugt hat, ausgedient haben, weil dann die OBAG Strom liefern konnte. Das Motorhaus war da, wo später das Gastzimmer eingerichtet war. Frau Eckert Theres, geb. Ederer weiß zu erzählen: Wenn der Motor lief, warteten sie schon, bis er abgestellt wurde, denn dann war heisses Wasser im Waschhaus vorhanden zu Baden. 

 

1957 Wiegers Wilhelm Holzkaufmann

 
Ehepaar Max und Frieda Graf

Mai 1958 Max und Frieda Graf aus Berlin

 

1964 Übernahme durch Sohn Günther Graf, * 26. 9. 1929 in Berlin, mit Ehefrau Rosemarie, * 3. 5. 1934, geb. Häusler

 

1. 8. 2000 Frank und Katja Schürmann

 

13. 9. 2005 Versteigerung, heutiger Eigentümer Althammer Großbergerdorf

 

 

Die erste Fotografie des "Offiziersheims" die zur Verfügung steht, stammt aus der Zeit des ersten Weltkrieges. 

Aufnahme aus dem Jahre 1916
Ausgabe des 21. Januar 1917

Um diese Zeit war es sehr modern, "Sommerfrische" in den Alpen oder im Bayerischen Wald zu machen, somit kamen sehr viele Norddeutsche zu uns zur Sommerfrische

Werbung in der Berliner Zeitung Kladderadatsch 1917

Im folgenden Foto sieht man links unten deutlich den Gemüsegarten, der bis in die 50er Jahre existiert hat, war dann anschließend Parkplatz für die Autos, die das Hotel besucht haben. In diesem Gemüsegarten wurden die aus dem 2. Weltkrieg stammenden Waffen und Munition vergraben bzw. verschüttet, die nach 1945 auf dem Gelände des Gemüsegartens gelagert waren. 

Aufnahme aus dem Jahr 1939

Folgende Aufnahmen aus dem Jahre 1957 zeigen das Hotel Rosshof von allen Seiten, wie es seinerzeit ausgesehen hat. 

Hofeingang Westen
Südseite
Nordseite
Ostseite
Südostseite
Ansicht Südwest
Luftaufnahme aus dem Jahr 1960
unten rechts gut sichtbar der Mühlbierl
Aufnahme März 2008

Als im Jahre 1991 das Katzbacher Wirtshaus geschlossen wurde, spielten sich die Treffs der Dorfgemeinschaft zum Großteil im Gasthaus/Hotel Rosshof ab. Im Winter 2006 war der letzte sonntägliche Frühschoppen des Katzbacher Stammtischs bei Katja und Frank Schürmann. Das Ehepaar ist dann nach Waldmünchen verzogen.  

Das Hotel wurde im April/Mai 2012 vom jetzigen Eigentümer Karl Althammer selbst abgebrochen, Wohnhaus und Garagentrakt werden noch bewohnt.  


© by Josef Ederer Katzbach 33 Nov. 2006