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Die Hofmarksherren bzw. Gutsherrschaften von Geigant hatten alle individuelle eigene Wappen.

Vielen ist bekannt, dass Wappen ab dem 12. Jahrhundert entstanden sind. Also in etwa zur Zeit der Kreuzzüge. Sie dienten ursprünglich als Hilfe zur Erkennung der Ritter, die in ihren geschlossenen Rüstungen sonst nicht als Freund oder Feind zu identifizieren gewesen wären. Deshalb fanden die Wappen zu Anfang hauptsächlich Verwendung auf Schild und Helm.

In den mittelalterlichen Turnierveranstaltungen kündigte der Herold anhand der Wappen die teilnehmenden Ritter bei den Wettkämpfen an. Die Farben der Wappen nennt man in der Heraldik Tinkturen. Maßgeblich für die Wappen waren vier Farben. Schwarz, rot, grün und blau. Kombiniert wurden diese streng nach den heraldischen Regeln mit den Metallen Silber und Gold.

Über die Wissenschaft der Heraldik steht umfangreiche einschlägige Literatur zur Verfügung.

Leider gab es zu den Zeiten, als Geigant eine Hofmark war, noch keine Fotografie. Es sind bis dato keinerlei Gemälde aufgetaucht, welche die adeligen Grundherren von Geigant darstellen. Somit sind uns die Gesichter der Schlossbesitzer gänzlich unbekannt. Wir können uns nur auf das stützen, was in den Archiven an schriftlichen Unterlagen über sie noch zu finden ist.

Trotzdem war jeder Schloss- bzw. Burgherr als Individuum einzigartig und hatte seine stolzen Besonderheiten. Zu diesen zählte für jeden von ihnen sein eigenes Wappen. Diese Wappen sind uns als Zeichnungen überliefert und entsprechend den Ausgestaltungen der Heraldik auch detailgenau beschrieben.

Die Wappen der Hofmarksbesitzer repräsentieren symbolisch deren Familien. Sie sind zu finden in den vielen deutschen Wappenbüchern. Vorzugsweise aber in der über 100-bändigen Wappensammlung, die in ihren Ursprüngen auf Johann Siebmacher zurückgeht. Siebmacher selber ist bekannt als Wappenmaler. Als Beispiele, wo die Wappensammlungen zu finden sind seien hier genannt:

Das Hauptstaatsarchiv München,  die Uni-Bibliothek Regensburg oder aber auch das umfangreiche Privat-Archiv der Familie Fürst von Thurn und Taxis in deren Schloss in Regensburg.

Da sämtliche Darstellungen in den alten Wappenbüchern früher nur in Schwarz-Weiß mit Schraffuren  der jeweiligen Tinkturen versehen wurden, hat der Autor die Wappen farbig gestaltet. Damit erscheint diese Dokumentation für die Leser seiner Ansicht nach viel interessanter.

Die wunderschönen Wappen der Besitzer-Familien seien nachfolgend in chronologischer Reihenfolge beschrieben. Sämtliche Wappen-Beschreibungen sind in Kursivschrift als Originaltext wiedergegeben um die Aufzeichnungen unverfälscht und ursprünglich darzustellen. Die Beschreibung der Wappen nennt man in der Heraldik „Blasonierung“.

Bemerkung zur folgenden Beschreibung: Leonsberg soll eigentlich Leuchtenberg heißen, denn nachgewiesenermaßen waren die Lehensherren der Geiganter die Grafen von Leuchtenberg.

Die Geiganter, die ab dem 12. Jahrhundert bekannt sind:

Trausnitz, Dienstleute der Grafen von Leonsberg, später der Bischöfe von Regensburg. Ihr Stammsitz Geigant liegt im Gericht Waldmünchen.

Wolfram 1286, Richter zu Neunburg v. W.

Heinrich G. verkauft 1369 die Trausnitz, das berühmte Gefängniss des Gegenkönigs Friedrich des Schönen von Oesterreich.

Peter 1468 Ungelter zu Friedberg.

Wappen: schräggetheilt von Silber und Blau, oben ein rotes Viertel. – Auf dem Helm Flügel wie Schild. – Decken: rot. silber. [1]

siehe dazu auch  "Katzbach und Geigant vom 14. bis zum 16. Jahrhundert"   "Geiganter und das Kloster Walderbach" bzw. "Edle Geiganter und die Schönthaler Klosterurkunden" Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham 37. Band – 2020 Seite 35 – 50. [2]

                                                                         Das Wappen der Geiganter

Die Kagerer, welche Mitte des 15. Jahrhunderts als Geiganter Gutsherren auftreten. Das einzige geschichtliche Relikt das von den Kagerern erhalten geblieben ist, steht als Epitaph vor der Geiganter Pfarrkirche.

(A. G. Regenstauf, Oberpfalz), schon von Hund irrthümlich unter den abgestorbenen Turniergeschlechtern aufgeführt (I, 237).

Ulrich v. K. + 1363, liegt zu Prüfening

Friedrich v. K., 1372 Richter von Schwarzenburg, wurde von den Zengern erschlagen, die seiner Wittwe Abtrag thun mussten 1390.

Hans v. K. 1405 Richter zu Schwarzenburg.

Ulrich Kagerer zu Schönkirchen bekennt 1406, von wegen des Herzogs Ludwig von Bayern und der Landgrafen zum Leuchtenberg 1200 Gulden erhalten zu haben, wogegen er die ihm versetzten Dörfer Kaltenbrunn und Tenngesens zurückgegeben hat. Das Schloss Grafenwerde hat er von dem Landgrafen auf Widerkauf inne. – Er ist 1412 auf dem Turnier zu Regensburg.

Ulrich und Friedrich v. K. zu Plössberg, fratres, ihr Vetter Ulrich 1416.

Endres K. 1625 Landsasse auf Chameregg, erhielt 1627 als Protestant den Befehl das Land zu verlassen.

Die Kagerer besaßen 1681 Lieberskirchen (bei Rosenheim), zuerst Georg K., dann Zacharias K., Stadtlieutenant zu Erding.

Dessen Sohn Johannes kam im spanischen Erbfolgekriege ums Leben. Seine Wittwe verkauft das Gut 1731 an den Grafen v. Ruepp.

Peter Ladislaus Joseph K. Beneficiat in München, resignirt sein Beneficium 1758.

Wappen: in # [3] ein silberner Sparren, der mit drei roten Kugeln belegt ist. Gekrönter Helm: zwei Büffelhörner, das vordere schwarz rot getheilt, das hintere #. Decken: # silber. (Taf. 55). […] [4]

siehe dazu ebenso wie oben "Katzbach und Geigant vom 14. bis zum 16. Jahrhundert"   "Geiganter und das Kloster Walderbach" bzw. "Edle Geiganter und die Schönthaler Klosterurkunden" bzw. [5]

                                                                              Das Wappen der Kagerer

Die von Theins werden im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts erstmalig in Geigant genannt:

Fränkischer Adel.

Heinz Teyn Voit von Memmelsdorf 1402,

Heinz Thein quittirt 1413 dem Burggrafen Johann zu Nürnberg über 200 Gulden, die er von dem ihm schuldigen Hauptgelds erhalten hat. Mitsiegler ist Hans v. Giech.

Hilprant v. Deyn, Richter zu Wundreb siegelt 1485. – Christoph v. Th. zu Schoenfiecht 1497.

Hans Mathes v. und auf Thein, pfalzsulzbachischer Stallmeister. Seine Tochter Anna Regina war an Hans Heinrich v. Reitzenstein (+ 1634) vermählt.

Hans Sebastian v. Th. kaufte nicht viel vor 1626 das Gut Geigant (Amt Waldmünchen) von den v. Kager’schen Erben; seine Gemahlin war Eva Veronica geb. v. Kager. Er weigerte sich 1629 katholisch zu werden und musste auswandern.

Hans Sebastian v. Th. auf Chammereck 1649 in der Liste der evangel. Landasssen.

Wappen (Siegel Hilprants v. 1485 und Wernigeroder Wappenbuch Teil I.: in # eine goldene Schildeshauptzinne. Helm: Spitzhut, oben mit Knopf, der mit einem Hahnenbusch besteckt ist. Decken: # gold (Taf. 72, a). [6] 

                                                                               Das Wappen der Thein

Die Kolb sind ab 1630 für Geigant die bestimmenden Hofmarksherren.

Kolb (Taf. 46) Seite 17

Heilsberg. Der bischöfl. Regensb. Kanzler Hans K. erkaufte bald nach 1505 die Herrschaft Heilsberg (Oberpfalz). Aus seiner Ehe mit Anna Kastner von Hainspach gingen mehrere Söhne hervor. Hans Dietrich erbte die Herrschaft, starb aber ohne männliche Erben. Seines Bruders Hans Heupolts Sohn, Hieronymus K. folgte im Besitz 1566, kaum 1 ½ J. alt. Er war 1590 Pfleger zu Velburg und schrieb sich „von und zu Heilsberg auf Wiesent“, + 17. Juni 1608, als Landschafts-Commissar des Herzogthums Neuburg. Seine Frau Apollonia war eine geb. v. Baumgarten. Hiemit scheint die Stammreihe zu schließen.

Wappen: Unter rotem Schildeshaupt in Silber drei rote Pfähle, von denen der zur Rechten den Schildrand berührt. – Helm: eine männliche Figur, Kleidung von Rot und Silber. vierfach gespalten, einen Kolben über sich haltend, mit silber-aufgeschlagenem rotem Spitzhut bedeckt. – Decken: rot silber. [7]

                                                                                      Das Wappen der Kolb

Die Kronacher werden als Herrschaft in Geigant im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts sichtbar: Das unten dargestellte Wappen ist das aus dem Jahre 1606.

Hans Kronacher erhielt von K. Max II. d. d. Wien 16. Novbr. 1567 einen Wappenbrief.

Die Brüder Georg und Paul K., und ihres Bruders Leonard hinterlassener Sohn Veit Johann erlangten ein Adelsdiplom d. d. Prag 18. September 1606 mit Besserung des ihrem Vater resp. Grossvater verliehenen Wappens.

Paul K. heirathet Ottilie Knorr von Altenhohenburg, erlangt mit ihr die Hofmark Dietldorf (Ger. Burglengenfeld) und thut 1606, 27. Mai Landsassenpflicht. Schon 4 Jahre später hat ein Knorr die Hofmark wieder in Besitz.

Auf dem Landtage der Oberpfalz v. J. 1707 erschien Sigmund K. von Ober-Ammerthal, und Johann Christoph K. zu Geigant.

Wappen von 1567: Von Silber und Blau gespalten mit einer Krone verwechselter Tinktur. Helm blau silber Wulst mit zwei silber blauen Flügeln. Decken: blau silber

Wappen von 1606: Von Blau und Gold gespalten mit zwei gold blauen Flügeln. Decken: blau gold. [8]

                                                                            Das Wappen der Kronacher

Die Singer von Mossau können in Geigant ab dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts gefasst werden: Es gilt zu bemerken, dass oft in der Vergangenheit von den Singern von Moskau geschrieben wurde. Das ist natürlich falsch. Mossau und die Hauptstadt Russlands haben absolut nichts miteinander zu tun!

Singer von Mossau, fränkisches Geschlecht. Franz S. v. M. auf Löwenhan (Lebenhan B. A. Neustadt a. d. S. Unterfranken) wurde 1713 bei dem Rittercanton Röhn – Werra immatriculirt. Maria Renata S. v. M., Nonne in Unterzell, hatte 1749 im Alter von 70 Jahren das Unglück, in Würzburg als Hexe verbrannt zu werden. Sie war das letzte Opfer des traurigen Hexenglaubens in Franken.

Franz Friedrich Singer v. M., Priester, kauft 1751 die Hofmark Loch (Ger. Burglengenfeld). Doch müssen sie schon früher in dieser Gegend ansässig gewesen sein, da sie bereits im 3. Theile des alten Sibmacher unter den Oberpfälzischen aufgeführt werden. [9]

Wappen: in Blau ein silberner Balken mit zwei in die Oberecken des Schildes reichenden goldenen Kolben. Gekrönter Helm: wachsende blau-gekleidete männliche Figur, welche die Kolben gekreuzt vor sich hält. Decken: silber blau gold.

Ein zweites Singer(n)-Wappen:

Singer v. Mossau s.Teil I S. 181

Hans Singer, kurpfälz. Hofgerichtssekretär zu Amberg wurde von Kaiser Rudolf II. s. d. Prag 13. Oktober 1594 in den Adelstand erhoben. Das alte Wappen wurde mit dem Turnierhelm verbessert.

Wappen: in Blau uberzwerchs ain Waßer oder Fluß (Wellenbalken) daraus über sich zween creutzweis übereinander geschrenkte Moskolm. Gekrönter Helm: wachsendes Männlein mit langem goldenem Haar, in blauem Leibrock mit blosem Hals, die Mooskolben schräg ˅ vor sich haltend. Decken: beiderseits b. w. # g. (Tafel 53)

Ein Sohn des Hans S. war Onuphrius S. der zuletzt Kriegsrat der Adlerberg’schen Herrschaft und Stadtverwalter zu Feldkirch war. Seine Söhne Franz Onuphrius, Regent der Kaunitzschen Güter und Herrschaften und Max Onuphrius erhielten von Kaiser Leopold I. s. d. Wien 5. März 1665 die Bestätigung des Reichsadelsstandes unter dem Namen von Singern und Wappenbesserung.

Wappen in Blau der gewellte Balken „auf welchem mit dem angesicht vorwerts gehend eine Sirene oder Meerfrawlein und aus dem Fluß über sich zween creutzweis übereinander geschrenkte Mooskolben haltend“. Gekrönter Helm: die Syrene mit dem Mooskolben. Decken: beiderseits b. w. # g. (Tafel 53).

Bei den Reichsadelsakten befindet sich die Abschrift eines Diplomes des Kaisers Rudolf II d. d. Prag 10. Aug. 1595 für Hans Singer von Mossau, durch welches ein Gnadenbrief des K. Friedrich II. d. d. Gratz am Mittwoch vor S. Lucastag 1470 für Alberg Singer von Mossau, Ritter bestätigt wird. – Der Comes pal. Johann Conrad Sertorius beglaubigte (München 10. März 1712) eine Abschrift von vidimirter Abschrift. Der Beamte der Reichskanzlei Molitor schreibt dazu: „von vorstehendem Adelstand etc. ist weder das Original-Concept noch auf sothaner in großirter zu finden; da gleichwohlen aber sich aus denen Taxbüchern vom J. 1595 sich zeiget, dass damahlen die Gebühr im Taxamt dafür berichtiget worden, so habe von einer authentischen Abschrift eine copiam collationatem ad acta geleget“. Meiner Ueberzeugung nach ist dieses Diplom eine grobe Fälschung. [10]

Das zweite Singer-Wappen ist somit hier nicht dargestellt.

                                                                                Das Wappen der Singer

Die von Kherns erscheinen dann knapp eine Generation später auf dem Schloss in Geigant.

Kern (Taf. 103) von Hohenrhain, geadelt vom Kurfürsten Max Joseph II., 1745.

Wappen: Von Gold und Blau geviertet, 1. und 4. einwärts aufspringend ein # Bär, 2. und 3. ein goldener Balken aus dem oben drei goldene Roggenähren (mundartlich „Kern“) hervorwachsen. Unter dem Balken drei silberne Sterne nebeneinander. – Zwei Helme: I. zwischen zwei #, goldene und golden., # getheilten Hörnern der Bär wachsend. II. ein offener blauer Flug, jederseits mit drei, Aehren. – Decken: rechts # und gold., links blau und gold. [11]

Das zweite Wappen derer von KHern:

Kern (Taf. 14.)

von Zellereit, kommen von Wasserburg am Inn, wo sie im XV. und XVI. Jahrhundert im Patriziat sassen. Abraham Kern hat 1620 von den Reicherzhammern das Schloss Zellereit bei Attl gekauft, welches die Familie bis zu ihrem Absterben i. J. 1848 mit Joseph Freiherrn v. Kern, welcher 22. Nov. 1768 in den Freiherrnstand erhoben worden war, inne hatte

Stammwappen: In Gold ein # Hängkessel, unter dem Flammen brennen. – Auf dem Helm ein goldener Löwe wachsend. – Decken: #, gold.

Vermehrtes Wappen (vor 1611 bereits im Gebrauch): Geviertet von # u. Gold 1. u. 4. ein gekrönter goldener Löwe, 2. u. 3. der Kessel wie oben. – Auf dem Helm der Löwe wachsend zwischen gold, # getheiltem Flug. – Decken: #, gold. [12]

Kern v. Zellerreith.

Das Wappen des Freiherrn Antoni Joseph v. Kern zu Zellerreith ist S. 17 Taf. 14 nicht richtig wiedergegeben. Es folge hier eine Beschreibung nach dem Original-Diplom, ertheilt s. d. München 22. Nov. 1768 von dem Kurfürsten Maximilian Joseph als Reichsvikar.

Wappen: quadrirt gold # mit silbernem Mittelschild, darin eine grüne Laubkrone („das uralte adeliche Geschlechtswappen derer v. Kern“. (1. u. 4. auf brennendem Feuer ein eiserner Kessel mit in die Höhe stehender Handhabe. 2. u. 3. gekrönter goldener Löwe („welches dann das vorhin geführte und Ihr als adelich hergebrachtes Wappen wäre“).

Zwei gekrönte Helme: I. der Löwe aus Feld 2 (nicht wachsend) zwischen zwei golden # - # golden getheilten Flügeln. II. wachsender Geharnischter, „umgürtet mit einer goldenen Charpe“, die Sturmhaube mit drei rot blau goldenen Federn bedeckt, mit der Rechten einen eisernen Streitkolben auf der Schulter tragend, zwischen zwei Fahnen, von denen die zur Rechten # gold, die zur Linken blau silber fünfmal gestreift ist; neben der Fahne zur Linken noch ein gold # getheilter Flügel. Decken: # gold. (Tafel 53).

Das uralte Wappen derer von Kern vor 1589 ist ebenfalls im Teil I S. 17 bzw. Seite 187 beschrieben, jedoch ist dieses für Geigant nicht relevant und aus diesem Grunde weder abgebildet, noch textmäßig hinterlegt. Es ist derzeit nicht nachzuvollziehen, welches von beiden Wappen die Familie Kern, die Geigant besessen hat, benutzt hat. die Schreibweise Khern bzw. Kern ist unterschiedlich, in etlichen Urkunden ist die Rede von Khern, aber natürlich auch von Kern.

                                                                              Das eine Wappen der Kern

                                                                            Das andere Wappen der Khern

Die von Weinbach übernehmen Geigant als Eigentümer ziemlich am Ende des 18. Jahrhunderts.

Weinbach (Tafel 67)

fränkischer Adel, Freiherrn durch Kurfürst Karl Theodor, 1790.

Aelteres Wappen: Von Blau und Gold geviertet, 1. und 4. drei silberne Flüsse übereinander, 2. und 3. auf grünem Berg ein Rabe sizend. – Zwei Helme: Der I. trägt einen wachsenden blau-gekleideten Mann mit einem Rebenzweig, daran drei Trauben, in der Hand; der II. den Raben auf dem Berg. – Decken: rechts blau und silber., links # und gold.

Das freiherrliche Wappen hat den obenbeschriebenen Schild noch vermehrt durch einen goldenen Herzschild, darin ein # Adler. – Desgleichen sind die Kleinode der beiden Helme in so weit vermehrt, als auf dem I. der Mann zwischen einem blauen., silbernen und silbernen., blauen getheilten Fluge hervor wächst, auf dem II. der Rabe zwischen zwei von Gold und # und verwechselt getheilten Hörnern steht. – Die Decken wie oben. [13]

Weinbach

geadelt 1745, gefreit 1790. Gehören   n i c h t   zum fränkischen, sondern zum oberpfälzischen Adel, wo sie Kröblitz besassen. [14]

 

                                                                     Das eine Wappen derer von Weinbach

      Das andere Wappen derer von Weinbach. Mit diesem zweiten Wappen wurden Geiganter Schriftstücke gesiegelt.

Dieses zweite Weinbach-Wappen findet sich auf einem Kaufvertrag vom 17. Mai 1813. Baron Wilhelm Joseph Freiherr von Weinbach verkauft an Andreas Ruhland einen Feld-Teil mit 16 Pifang von der mittleren Hofzell. Das Wappen ist in dem darauf befindlichen und sehr gut erhaltenen Siegel deutlich sichtbar.

Nach den Weinbachs besaß die Familie Eßl das Schlossgut. (siehe dazu HAB Waldmünchen Seite 92 Fußnote 658). Von ihnen ist ein Wappen zu finden und zwar auf einem Kaufvertrag vom 5. 9. 1837. Das darauf befindliche Siegel zeigt dieses Wappen.

 

                                        Das Siegel des Alois Eßl, auf dem sein Wappen zu erkennen ist.

Alois Eßl, Königlich Bayerischer Appellations-Gerichts Assessor in Bamberg und Gutsbesitzer zu Geiganth und Obernrieth war der Schwiegersohn vom Königlich wirklich geheimen Rath und Appellations=Gerichts=Vize=Präsident Joseph Wilhelm Freiherr von Weinbach.

Den Besitz des Schlosses erwarb danach der Graf von Pestalozza. Dessen Witwe Frau Creszentia von Pestalozza, verehelichte Weber taucht schlussendlich als letzte Adelige in Geigant auf, wobei kein Wappen aufgefunden werden konnte.

Mit dem Beginn des Königreichs Bayern Anfang des 19. Jahrhunderts verarmen wegen der Reformen des Grafen von Montgelas viele Adelige und müssen oftmals ihren Immobilien-Besitz verkaufen oder versteigern lassen, so auch in Geigant geschehen. 

Wir sehen anhand der o. g. Bilder und Beschreibungen, wie wichtig einstmals diese Wappen für deren Familien waren.

Es gab und gibt hiesige Wappen sowohl im kirchlichen als auch im bürgerlichen Bereich, die zu beschreiben, würde den Rahmen dieser Arbeit jedoch sprengen.

Weitere Details können bei Interesse im Privatarchiv des Autors eingesehen werden.

[1] Siebmacher Bd VI Abth. I, abgestorbene bayerische Geschlechter Tafel 39

[2] Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham 37. Band – 2020 Seite 35 ff.

[3] dieses #-Zeichen bedeutet die Tinktur schwarz

[4] Siebmacher Bd. VI. 1. II. abgestorbene bayerische Geschlechter Seite 85.

[5] Beiträge zur Geschichte im Landkreis Cham 37. Band – 2020 Seite 35 ff.

[6] Siebmacher Bd. VI. 1 III abgestorbene bayerische Geschlechter Seite 109.

[7] ebd. Bd. VI. 01. 1. Tafel 46 Seite 46

[8] ebd. Bd. VI. Abth. I. Tafel 77 Seite 79

[9] ebd. Bd. VI. I. I Tafel 185 Seite 181

[10] ebd. VI. I. III Seite 85

[11] ebd. II. 01. Bayerischer Adel Seite 88

[12] ebd. VI. 01. I. abgestorbene bayerische Geschlechter Seite 17

[13] ebd. II. 01. Bayern Tafel 67, Seite 63.

[14] ebd. VII. Ergänzungsband Seite 21

© by Josef Ederer, Katzbach 33, 93449 Geigant im Dezember 2020